Wer gut geschlafen hat, geniesst sein Leben.
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Der Grund für Ihre Stimmungsschwankungen könnte ein ganz einfacher sein…

22 Nov

Viele von uns erliegen der Illusion, dass wir unsere Jobs ebenso gut mit vier, fünf oder sechs Stunden Schlaf wie mit sieben oder acht Stunden Schlaf erledigen können. Eine Illusion, die sich nicht nur negativ auf unsere Gesundheit auswirkt, sondern auch auf unsere Produktivität und Entscheidungsfindung. Möglicherweise haben wir darum nicht so viele gute Ideen, wie es sonst der Fall wäre. Möglicherweise fallen uns auch keine kreativen Lösungen für Probleme ein, die wir angehen sollten. Vielleicht sind wir reizbar und verschwenden einen Tag (oder unser halbes Leben), indem wir uns mit Stimmungsschwankungen herumschlagen.

Jede Nacht kann uns daran erinnern, dass wir mehr sind als die Summe unserer Erfolge und Misserfolge, dass es jenseits unserer täglichen Mühen und unserer Rennerei eine uns zugängliche Stille gibt, die aus einem tieferen und älteren Ort kommt als der unendliche uns umgebende Lärm. Wenn wir uns durch den Schlaf mit dieser Stille verbinden, können wir sie als Energiequelle anzapfen, selbst inmitten eines hochgradig stressigen Tages.

Mehr aus dem Buch „Die Schlafrevolution“ von Arianna Huffington finden Sie hier.

 

Merken Sie überhaupt noch, wie müde Sie sind?

11 Okt

Oder gehören Sie zu denen, die unter einer Art fortgeschrittener Müdigkeit leiden, die Sie nicht einmal mehr bemerken? Und das, weil Sie sich nicht daran erinnern können, wie es sich anfühlt, nicht müde zu sein? Ich habe Ihnen hier ein wissenschaftlich belegtes Argument, das vielleicht dazu beiträgt, dass Sie anfangen, sich genug Schlaf zu gönnen: „Schlaf ist eine Zeit intensiver neurologischer Aktivität – eine reiche Zeit der Erneuerung, der Gedächtnisfestigung, der Gehirnerholung und neurochemischen Reinigung, die der Erhaltung der kognitiven Leistungsfähigkeit dient. Richtig bewertet ist die Zeit, die wir schlafend verbringen, ebenso wertvoll wie die Zeit, in der wir wach sind. Tatsächlich erhöht die richtige Menge an Schlaf die Qualität jeder Minute, die wir mit offenen Augen verbringen“. Das schreibt Arianna Huffington in ihrem Buch „Die Schlaf-Revolution“.

Falls Sie zusätzliche Motivation brauchen, Ihrem Bedürfnis nach Schlaf nachzugeben, lesen Sie doch den Artikel von Brigitte „Haben wir verlernt zu schlafen?“ auf blendle.com.

Das Märchen vom besten Schlaf vor Mitternacht

6 Nov

Ob Sie vor oder nach Mitternacht ins Bett gehen, spielt keine Rolle. Viel wichtiger ist, dass Sie Ihrem individuellen Schlafbedürfnis hinsichtlich Länge und Zeitpunkt des Schlafes nachkommen.

Warum dem so ist? Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass der Anteil von Tiefschlaf in den ersten Stunden des Schlafes am besten ist. Wenn man also davon ausgeht, dass der Mensch abends um neun oder zehn ins Bett geht, stimmt die Ansicht vom besten Schlaf vor Mitternacht schon. Heute stimmt das „früh hinein und früh hinaus“ natürlich nicht mehr. Das heisst, wenn Sie um 2.00 Uhr nachts schlafen gehen und morgens um 9.00 Uhr wieder aufstehen, haben Sie genauso viel Tiefschlaf, wie wenn Sie um 21.00 Uhr ins Bett gehen. Irgendwie beruhigend, finden Sie nicht?

Säuglinge und alte Menschen schlafen anders

28 Okt

Stellen Sie sich vor: Bereits ab der 26. Schwangerschaftswoche lässt sich der Schlaf beim Fötus nachweisen. Im ersten Jahr nach der Geburt verbringt der kleine Mensch etwa 16 Stunden täglich im Schlaf und verschafft damit nicht nur sich, sondern oftmals auch der Mutter die dringend benötigte Ruhezeit. Im Unterschied zu späteren Jahren ist der Schlaf in diesem Alter allerdings über mehrere Phasen am Tag und in der Nacht verteilt.

Mit dem fünften Lebensjahr ändert sich dieses Schlafmuster. Das Kind schläft jetzt ungefähr zehn bis zwölf Stunden während der Nacht und hält tagsüber allenfalls noch einen Mittagsschlaf von ein bis zwei Stunden. Mit dem Schulalter sinkt das Bedürfnis nach Schlaf weiter und pendelt sich bei etwa achteinhalb Stunden ein.

Je älter der Mensch wird, desto geringer ist sein Bedürfnis nach Nachtschlaf. Bei einem siebzigjährigen Menschen beträgt die nächtliche Schlafenszeit nicht selten nur noch fünf oder sechs Stunden. Allerdings halten viele ältere Menschen auch tagsüber kürzere und längere Schlafpausen, so dass sie nicht selten auf eine Gesamtschlafenszeit von acht Stunden kommen.

Es ist die leere Zeit, die besonders kostbar ist!

3 Okt

Descartes, Hume und Locke gehörten zu den ersten, die den Schlaf wegen seiner angeblichen Irrelevanz für Verstand und Erkenntnis in Misskredit brachten. Heute haben wir eine globale Infrastruktur des pausenlosen Einkaufens, Arbeitens und Kommunizierens. Pausenlos, das heisst 24 Stunden am Tag, an sieben Tagen der Woche.

Antischlafmittel sind das neue Lifestyleprodukt, um dauerhaft leistungsfähig zu bleiben. Dabei blieb der Schlaf, während die anderen Grundbedürfnisse wie Hunger, Durst und Sex schon früh finanziell ausgeschlachtet wurden, lange Zeit der einzige nicht kontrollierbare Rückzugsort vor den Zwängen des Kapitalismus.

Noch vor hundert Jahren verbrachten die Menschen regelmässig zehn Stunden schlafend. Der heute allgegenwärtige Schlafmangel ist Symptom eines beschleunigten Lebens, bei dem die persönlichen Gedanken und Gefühle an den Rand gedrängt werden.

«Ab ins Bett, schliesst die Augen», fordert uns Jonathan Crary daher auf, damit wir uns in den Gefilden der Pause und der vermeintlichen Leere zumindest zwischendurch befreit fühlen können.

24/7 – Schlaflos im Spätkapitalismus (Wagenbach Verlag)
Ein Buch von Jonathan Crary, Kunstkritiker, Essayist und Meyer-Schapiro-Professor für moderne Kunst und Theorie an der Columbia University in New York.